Zweimassenschwungrad defekt: Symptome, Reparatur und Kosten im Überblick

0
4829
Zweimassenschwungrad
© GettyImages / RossHelen
Motointegrator

Vibriert Ihr Kupplungspedal verdächtig? Dann ist vielleicht das Zweimassenschwungrad defekt und kann seine Funktion nicht mehr erfüllen. Doch die Diagnose ist schwierig. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie das Zweimassenschwungrad prüfen und reparieren und ob Sie bei einem Defekt weiterfahren können.

Funktion des Zweimassenschwungrads

Vereinfacht gesagt, dient das Zweimassenschwungrad dazu, die bei jedem Kupplungsvorgang entstehenden Schwingungen auszugleichen. Als Weiterentwicklung des klassischen Schwungrads beruht es auf einem Primär- und einem Sekundärschwungrad. Ein Drehschwingungsdämpfer verbindet beide und stellt die dämpfende Funktion sicher. Beim Ein- und Auskuppeln würde der Motor ohne Zweimassenschwungrad Rasselgeräusche oder sogar ein Dröhnen preisgeben. Dies wird durch den Einsatz des Bauteils minimiert.

Im Prinzip kann die Komponente ein Autoleben lang halten. Die typische Lebensdauer des Zweimassenschwungrads liegt bei etwa 180.000 bis 200.000 Kilometern. Sie kann sich aber deutlich verkürzen, wenn bestimmte Faktoren vorliegen. Dies ist etwa der Fall, wenn ein Chiptuning erfolgt ist, weil sich dieses auf das Verhalten des Motors auswirkt. Aber auch das regelmäßige Ziehen schwerer Anhängelasten oder das ruckartige Einkuppeln können die Lebensdauer verkürzen.

Zweimassenschwungrad prüfen: häufige Symptome

Ist das Zweimassenschwungrad defekt, zeigt sich dies häufig in diesen Anzeichen:

  • vibrierendes Kupplungspedal
  • polterndes, klapperndes oder schlagendes Geräusch bei laufendem Motor
  • unruhiger Motorlauf

Die Herausforderung: Dieselben Geräusche kann auch ein beschädigtes Getriebe verursachen. Das macht die eindeutige Identifizierung des Zweimassenschwungrads als Ursache schwierig. Außerdem verschwinden bei vielen Fahrzeugen die Geräusche wieder, sobald das Auto im höheren Drehzahlbereich fährt.

Vermuten Sie einen Defekt des Zweimassenschwungrads, können Sie erst einmal weiterfahren. Suchen Sie aber so schnell wie möglich eine Werkstatt auf, um es prüfen und reparieren zu lassen. Im schlimmsten Fall könnten sich Teile des Zweimassenschwungrads durch die stärkeren Vibrationen ablösen und zum Getriebeschaden führen.

Zweimassenschwungrad reparieren: Ist das möglich?

Eine Reparatur des Zweimassenschwungrads ist normalerweise nicht möglich. Sie sollten es stets durch ein neues Bauteil ersetzen. Ein gebrauchtes Ersatzteil zu verwenden, ist nicht empfehlenswert. Ebenso wie bei Ihrem aktuellen defekten Schwungrad ist äußerlich nicht erkennbar, ob dieses in Ordnung ist. Im schlimmsten Fall kommen Sie vom Regen in die Traufe und zahlen die Reparaturkosten doppelt.

Häufig empfiehlt die Werkstatt, zusätzlich die Kupplung zu wechseln, sofern diese angesichts der üblichen Lebensdauer ohnehin bald fällig wäre. Sie befindet sich direkt daneben und ist im Zuge der Reparaturarbeiten gut erreichbar.

Austausch des Zweimassenschwungrads: Kosten und Aufwand im Überblick

Schon die Materialkosten variieren beim Zweimassenschwungrad je nach Hersteller und Automodell deutlich. Im Mittel liegen sie meist bei etwa 250 bis 400 Euro. Es gibt aber auch Ausreißer mit Kosten bis zu 800 Euro. Gegebenenfalls kommen die Materialkosten für die Kupplung dazu. Diese liegen bei rund 150 bis 400 Euro. Für viele Fahrzeuge gibt es Kupplungssätze mit Zweimassenschwungrad, um beide Reparaturen kostengünstig miteinander verbinden zu können.

Hinzu kommt der Arbeitsaufwand. Leider ist der Austausch des Zweimassenschwungrads sehr aufwendig, weil dafür das Getriebe demontiert werden muss. Je nach Bauweise des Fahrzeugs liegt der Aufwand etwa zwischen fünf und acht Stunden. Bei einem Stundensatz von 100 Euro entstehen für den Austausch des Zweimassenschwungrads folgende Kosten:

Tabelle

Benötigen Sie ein neues Zweimassenschwungrad oder gleich einen ganzen Kupplungssatz mit Schwungrad? Bei Motointegrator werden Sie sicher fündig.

Motointegrator ersatzteile