
Die flexible Nockenwellenverstellung hat viele Vorteile. Beispielsweise eine optimierte Motorleistung, ein besseres Ansprechverhalten des Motors und bessere Abgaswerte. Ist das Bauteil defekt, gehen nicht nur diese Vorteile verloren. Zugleich besteht die Gefahr eines Motorschadens. In diesem Beitrag erfahren Sie, an welchen Symptomen Sie den Defekt des Nockenwellenversteller erkennen, welche Folgen er haben kann und wie die Reparatur abläuft.
Funktion des Nockenwellenverstellers
Aufgabe der Nockenwelle ist, die Ein- und Auslassventile genau in dem Moment zu öffnen und zu schließen, wenn es für den Verbrennungsvorgang erforderlich ist. Dieser Vorgang folgt festen Abläufen und Rhythmen, die sich nicht verändern.
In modernen Fahrzeugen kommen häufig Nockenwellenversteller zum Einsatz. Diese haben dieselbe Funktion, ermöglichen aber eine variable Ventilsteuerung. Die Öffnungs- und Schließzeiten der Ein- und Auslassventile können so individuell gesteuert werden. Dabei bezieht das Bauteil verschiedene Parameter des Motors ein, etwa die Leistung oder die Drehzahl. Damit verfolgen die Hersteller mehrere Ziele:
- bessere Motorleistung durch eine bessere Kraftentfaltung
- geringerer Kraftstoffverbrauch
- bessere Abgaswerte
- sauberer Motorleerlauf
- optimiertes Ansprechverhalten des Motors
- weniger Verschleiß des Motors durch eine optimierte Kühlung
Nockenwellenversteller defekt: Symptome im Überblick
Ist das Bauteil defekt, zeigt sich dies im Regelfall nicht im Fehlerspeicher. Die Diagnose erfolgt überwiegend anhand der typischen Symptome eines defekten Nockenwellenverstellers:
- Wenn Sie den Motor im kalten Zustand starten, ist ein kurzes Rasseln aus dem Motorraum des Fahrzeugs zu hören.
- Die Motorkontrollleuchte geht an.
- Es ist ein Kraftstoffgeruch wahrnehmbar.
- Der Kraftstoffverbrauch ist höher als gewohnt.
- Insbesondere im niedrigen Drehzahlbereich kann das Fahrzeug nicht mehr die volle Leistung abrufen.
- Der Motorlauf läuft unruhig und unrund oder geht sogar in den Notlauf über.
- Es kommt zu Zündaussetzern.
Das Problem ist: Die Symptome eines defekten Nockenwellenverstellers sind wenig spezifisch und deuten auf eine Vielzahl möglicher Ursachen hin. Deshalb raten viele Fachleute dazu, den Nockenwellenversteller vorbeugend nach einer gewissen Laufleistung zu tauschen, um einem Defekt vorzubeugen.
Folgen eines defekten Nockenwellenverstellers: Weiterfahrt möglich?
Mit einem defekten Nockenwellenversteller ist Ihr Auto immer noch fahrtüchtig. Sie können noch kürzere Strecken zurücklegen. Am besten fahren Sie aber auf direktem Weg zur Werkstatt. Der Grund dafür ist einfach: Ist der Nockenwellenversteller mechanisch defekt, könnten sich kleine Teile der Komponente lösen. Diese können in den Ölkreislauf gelangen und hier irreparable Schäden verursachen. Die größere Gefahr besteht allerdings an den Ventilen: Fahren Sie dauerhaft mit einem defekten Nockenwellenversteller weiter, könnten diese verbrennen. Ein teurer Motorschaden wäre die Folge.
Absehen von solch schweren Folgen wirkt sich der defekte Nockenwellenversteller auch direkter aus. Etwa durch die unerwünschte Verschmutzung der Ölkammern. Außerdem kann es zu thermischen Problemen kommen. Der Motor überhitzt dann.
Nockenwellenversteller wechseln: Ablauf und Kosten
Der Nockenwellenversteller wird nicht repariert, sondern als komplettes Bauteil ausgetauscht. Das hört sich einfach an, ist es aber leider nicht. Oft müssen erst einige Komponenten ausgebaut werden, ehe der Fachmann die Nockenwelle überhaupt erreicht. Insbesondere der Zahnriemen oder je nach Bauweise die Steuerkette müssen demontiert werden. Dann kann die Werkstatt den Nockenwellenversteller ausbauen und durch ein Ersatzteil austauschen.
In diesem Zuge werden häufig der Zahnriemen oder die Steuerkette routinemäßig mitgetauscht. Dies ist ohnehin in gewissen Intervallen erforderlich. Da das Bauteil bei der Reparatur des Nockenwellenverstellers sowieso demontiert werden muss, kann es ohne Mehraufwand mit ausgetauscht werden.
Die Kosten für einen neuen Nockenwellenversteller variieren in einer großen Spannbreite zwischen 100 und 400 Euro. Hinzu kommen gegebenenfalls weitere Materialkosten für zusätzlich ausgetauschte Komponenten, wie etwa den Zahnriemen, das Stirnrad der Nockenwelle oder den Keilriemen. Für den zeitlichen Aufwand sollten Sie wenigstens mit sechs Stunden Arbeitszeit rechnen. Bei einem Stundensatz von 100 Euro liegen die Arbeitskosten also bei mindestens 600 Euro. Planen Sie am besten Gesamtkosten von etwa 700 bis 1.000 Euro ein, je nach Bauweise des Autos auch mehr.
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