Das Coupé vom C – klein aber fein

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Das Coupé vom C
Schick, aber klein: die Baureihe 205
Motointegrator

Coupés sind traditionell die schönen Schwestern der Limousinen und gelten als recht beengt und teuer. Wir checken hier mal ein schickes Beispiel aus Bremen.

Werden wir mal etwas… „neuer“. Die C-Klasse von Mercedes-Benz bedient seit vielen Jahrzehnten die eingeschränkten Transportwünsche ganzer Generationen, seit der Baureihe 202 nicht nur als Limousine, sondern auch als Kombi (T-Modell) und seit der Baureihe 203 auch als Coupé. Wobei der Start ausgerechnet bei dem allgemein ein wenig belächelt wird, das „Sportcoupé“ CL 203 gilt im Volksmund als eines der hässlichsten Modelle der Marke, wo am Heck irgendwie… was fehlt. Unser 220d Coupé (Baureihe C 205) ist die sportliche, zweitürige Variante aus der 2014 vorgestellten vierten Generation der C-Klasse.

Mercedes-Benz
Der Stern wandert von der Haube in den Grill.

Im Vergleich zur klassischen Limousine verzichtet das Coupé nicht nur auf den Haubenstern, sondern auch auf die hinteren Türen und hat dadurch eine schlankere Linienführung. Mit der Präsentation des C 205 lieferte Mercedes-Benz mit einer Mischung aus Schönheit, Komfort und Alltagstauglichkeit die eierlegende Wollmilchsau für solvente Familienväter, die aus dem „Pampersbomber“-Klischee ausbrechen wollten, solange der Nachwuchs noch klein ist.

Coupé
Die Form des C-Coupés ist zeitlos.

Dieses C-Klasse Coupé bedient sich – anders als der Vorgänger – der MRA-Bodengruppe und Antriebsfamilie der ab 2016 eingeführten E-Klasse Baureihe 213. Wie bei allen moderneren Fahrzeugen unterscheiden wir hier grundsätzlich zwei Antriebskonzepte.

  • Turbomotoren: Moderne Vier- und Sechszylinder mit Turbolader oder Biturbo. Benzin-Direkteinspritzung oder Diesel Common-Rail-Technik bieten eine gute Balance aus Leistung und Effizienz.
  • Plug-in-Hybrid: Verbrennungsmotoren mit elektrischem Zusatzantrieb für lokale Emissionsfreiheit und Reichweitenergänzung im Alltag, in diesem Fall der C 300 e und der C 350 e sowie der C 300 Blue-Tech Hybrid.
Diesel-Motor
Genügsam und diensteifrig: Die Diesel-Motoren

Da die C-Klasse die MRA-Plattform verwendet, war erstmals auch die adaptive Luftfederung Airmatic mit fünf unterschiedlichen Fahrwerksmodi lieferbar. Mit dem Dynamic Body Control Fahrwerk aus der E-Klasse war außerdem ein stufenloses, adaptives High-End Stahlfahrwerk im Programm. Leistung und Verbrauch der Modelle variieren je nach Version. Für die kleinsten Varianten C 160 bis C 220 d war das 6-Gang Schaltgetriebe lieferbar, in allen leistungsstärkeren Modellen dieser Generation die 7G-TRONIC Plus oder das 9G-TRONIC Automatikgetriebe. Eine rein elektrische C-Klasse gab es damals noch nicht im Programm.

Mercedes-Benz
Die Elemente wirken auch nach 10 Jahren noch immer modern.

Ein Mercedes ist ein Mercedes ist ein Mercedes, das gilt noch immer. Und zwar meistens im positiven Zusammenhang. Die kleineren „Macken“ liegen hier baujahrbedingt auf anderen Ebenen als bei den 30 Jahre alten „Eisenschweinen“, die dafür aber rostgeplagter sind als die neueren Vertreter. Bei einigen Fahrzeugen dieser Baureihe treten daher gelegentlich Softwareprobleme oder Systemfehler bei Infotainment, Navigations- oder Assistenzsystemen auf. Auch wenn man sowas bei einem KFZ seltsam findet – meistens ist hier mit einem Update der Fehler behoben.

C-Klasse
Die erste C-Klasse mit Touchpad.

Der Luxus des modernen Reisens hat seine (kleinen) Schattenseiten: Sensorik und Komfortfunktionen wie die klimatisierten Sitze, die Türverriegelung oder der Tempomat können gelegentlich Störungen zeigen oder langsame Reaktionszeiten haben. Bei Dieselmotoren kann – besonders bei geringer Laufleistung – der Partikelfilter bzw. die Abgasreinigung Probleme verursachen.

Sandmann
Strecken ja – aber nur vorne.

Die Begeisterung hat allerdings, wie eingangs angedeutet, einen kleinen Haken: Der Platz. Eine C-Klasse ist in jeder vorhandenen Bauform kein Raumwunder, war sie noch nie, und das Coupé ist dabei der engste Vertreter. Während man vorn noch kommod mit viel Beinfreiheit und ein wenig gelebter Nähe zum Beifahrer sitzt, ist der Fond wirklich nur für Kinder oder Kindersitze geeignet. Hier passen erwachsene Menschen nur mit orthopädischen Tricks rein. Als Pampersbomber-Ersatz funktioniert das Coupé also nur in den ersten Jahren des Nachwuchses, zumal der Kofferraum mit knapp 400 Litern auch eher knapp bemessen ist.

Coupé
Ich packe meinen Koffer… aber nur den kleinen…

Wenn man das alles zusammenkippt, bekommt man mit dem C-Klasse Coupé ein zuverlässiges, insgesamt recht wartungsfreundliches Alltagsfahrzeug. Bremsen, Abgasanlage, Fahrwerksteile und sogar viele Elemente der Elektronik bekommt man noch neu. Der Kaufpreis liegt inzwischen je nach Ausstattung und Laufleistung zwischen 10.000€ und 20.000€, was bei einem Neupreis von rund 50.000€ schon ganz angenehm ist. Die letzten sind erst drei Jahre alt, die ersten kann man fast als Future Classics mit Touchpad durchgehen lassen. Wer nicht viel Platz braucht und ein zeitloses Coupe sucht, was nicht gleich in irgend eine Schublade gesteckt werden kann, ist hier gut bedient.

Mercedes-Benz
Bereit für den nächsten Roadtrip.

Mercedes-Benz C-Klasse Coupé

Baujahr: 2016

Motor: R4 Diesel

Hubraum: 2.143 cm³

Leistung: 170 PS

Drehmoment: 400 NM

Getriebe: 7-Gang Automatik

Leergewicht: 1.400 kg

Höchstgeschwindigkeit: 234 km/h

Beschleunigung 0-100: 7,8 s

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