Felgen pulverbeschichten: Ist die optische Veredelung erlaubt?

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viele Felgen in einem Regal
© GettyImages / sefa ozel
Motointegrator

Einmal kurz nicht aufgepasst – und schon ist es passiert: Die Alufelge des Autos berührt den Bordstein und das empfindliche Material bekommt unschöne Kratzer. Vielleicht denken Sie jetzt: Glücklicherweise kann man Felgen pulverbeschichten. Doch hier liegt der Hase im Pfeffer: Längst nicht alles ist erlaubt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was DEKRA und TÜV zur Pulverbeschichtung der Felgen sagen, wann sie erlaubt ist und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Felgen pulverbeschichten: Sind Stilllegungen zulässig?

In der Vergangenheit kam es bereits des Öfteren zu Fahrzeugstilllegungen, weil vor allem die Prüfer der DEKRA in der Pulverbeschichtung einen Eingriff in die Substanz der Felgen sehen. Für die Besitzer ist das besonders ärgerlich: Für sie bedeutet es, die Felgen zwar pulverbeschichten zu dürfen, sie dann aber im Straßenverkehr nicht nutzen zu können.

Die DEKRA beruft sich dabei auf eine technische Mitteilung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung. Diese bezieht sich auf die Reparatur von Leichtmetallrädern. Demzufolge sind solche Reparaturen an Felgen nicht zulässig, die das Materialgefüge beeinflussen oder eine Wärmebehandlung und Rückverformung beinhalten. Werden Sie mit derart veränderten Felgen erwischt, ist die Stilllegung tatsächlich gerechtfertigt.

Aufbereitung oder optische Veredelung: Felgen pulverbeschichten erlaubt?

Hier gilt es allerdings, genau hinzusehen. Denn optische Veredelungen einer originalen, nicht beschädigten Felge sind durchaus erlaubt und legal. Das bestätigt auch der TÜV.

  • Optische Aufbereitung: Unter einer optischen Aufbereitung versteht man eine technische Wiederherstellung des Rads. Dabei werden kleine optische Defekte wie Kerben beseitigt, indem sie angeschliffen, gefüllt, grundiert und lackiert werden. Diese Felgen sind anschließend nicht mehr im Straßenverkehr zugelassen – ob mit oder ohne Pulverbeschichtung.
  • Veredelung: Bei der Veredelung einer ansonsten original belassenen, unbeschädigten Felge geht es nicht um die Beseitigung von Schäden. Für eine solche äußerliche Verschönerung gibt es keine technische Mitteilung des Bundesministeriums. Somit ist es erlaubt: Sie dürfen Ihre Felgen pulverbeschichten.

Das ist so auch logisch: Denn serienmäßige, ab Werk pulverbeschichtete Felgen werden bei Kontrollen auch nicht beanstandet. Übrigens muss eine Felge für die Veredelung nicht völlig neuwertig sein. Sie dürfen dem TÜV-SÜD zufolge kleinere Kerben oder Kratzer mit einer Tiefe von höchstens einem Millimeter ausbessern und dann die Felgen pulverbeschichten. Das funktioniert etwa mit der WheelDoctor-Methode, bei der die Ausbesserungen mittels eines Rotationsschleifverfahrens vorgenommen werden.

Felgen pulverbeschichten: Ablauf und Vorteile

Die Pulverbeschichtung hat für Ihre Felgen gleich mehrere Vorteile:

  • sehr widerstandsfähige Beschichtung
  • hoher Korrosionsschutz
  • Licht- und Wetterbeständigkeit (z. B. UV-Licht im Sommer, Streusalz im Winter)
  • hohe Stoß- und Kratzfestigkeit

Sie können Ihre Felgen in einer Fachwerkstatt in vielen Farben pulverbeschichten lassen. So geht der Fachbetrieb dabei vor:

  • Der Experte behandelt die Felgen vor und entlackt sie mit chemischen Mitteln.
  • Er prüft, ob die Räder Mängel oder Beschädigungen aufweisen.
  • Er bearbeitet die Oberfläche mit Glasperlenstrahlen und trägt einen Korrosionsschutz auf.
  • Mithilfe einer Pistole trägt der Fachmann das ausgewählte Farbpulver auf. Dieses haftet aufgrund der elektrostatischen Ladung und der elektrischen Leitfähigkeit von Stahl- oder Alufelgen.
  • In einem Ofen wird die Farbe in das Felgenmaterial eingebrannt.

Die pulverbeschichteten Felgen halten lange und sind deutlich robuster als die klassische Lackierung. Im Hinblick auf die Haltbarkeit sollten Sie Felgen besser pulverbeschichten als lackieren. Die Pulverbeschichtung ist allerdings auch teurer.

Pulver beschichten: die Kosten im Überblick

Die genauen Kosten für die Pulverbeschichtung von Felgen hängen von mehreren Faktoren ab, etwa von der gewählten Farbe und der Größe der Felge. Entscheiden Sie sich für spezielle optische Effekte, etwa eine Metallic-Oberfläche, müssen Sie mit höheren Kosten rechnen. Im Regelfall liegen die Kosten pro Felge bei etwa 70 bis 100 Euro.

Ist Ihre Felge beschädigt? Bestellen Sie neue Felgen einfach online bei Motointegrator – danach können Sie direkt die Pulverbeschichtung durchführen lassen.

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