
Auslassventile müssen bei jeder Fahrt höchsten mechanischen und thermischen Belastungen standhalten. Obwohl sie grundsätzlich passend zur erwarteten Lebensdauer des Autos ausgelegt sind, können sie durch diese hohen Anforderungen einen Defekt erleiden. Erfahren Sie hier, was es mit den Ein- und Auslassventilen auf sich hat, woran Sie einen Defekt erkennen und wie Sie sie austauschen.
Was sind Auslassventile?
Bei Ein- und Auslassventilen handelt es sich um wichtige Komponenten eines Benzin- oder Diesel-Viertaktmotors. Sie befinden sich im Zylinderkopf und bilden gemeinsam mit der Nockenwelle eine Einheit: Die Nockenwelle regelt das Öffnen und Schließen der Ein- und Auslassventile exakt zum richtigen Zeitpunkt. Das geöffnete Einlassventil ermöglicht den Eintritt der Verbrennungsluft oder des Kraftstoff-Luft-Gemischs, das für den Brennvorgang benötigt wird. Durch das Auslassventil strömen die Abgase und Rückstände des Verbrennungsprozesses aus dem Zylinder.
Die hohe Belastung der Ein- und Auslassventile resultiert aus der Geschwindigkeit, mit der dieses Öffnen und Schließen erfolgt. Pro Sekunde (!) werden sie mehrere Male bewegt.
Warum sind Einlassventile größer als Auslassventile?
Sind Sie unsicher, ob Sie Ein- oder Auslassventile vor sich haben? Achten Sie auf die Größe. Einlassventile sind nahezu immer größer als Auslassventile. Das hängt mit dem Druck zusammen. Im Inneren der Kammer entsteht ein enormer Druck, mit dem die Rückstände anschließend durch das Auslassventil herausgepresst werden. Da dieser Druck effektiv ist, reicht eine kleinere Öffnung als bei den Einlassventilen.
Defekte Auslassventile: Symptome im Überblick
Es gibt eine Menge Anzeichen, die auf defekte Auslassventile hinweisen können:
- Der Motor setzt hin und wieder aus.
- Sie können nicht die volle Leistung des Motors nutzen.
- Ihr Auto fällt bei der Abgasuntersuchung beim TÜV durch, weil die Abgaswerte nicht passen.
- Ihr Fahrzeug benötigt mehr Kraftstoff als sonst.
Die Ursachen für Schäden an den Auslassventilen können vielfältig sein. Verschleiß und Alterung sind zwar mögliche Auslöser, aber höchstens bei einer sehr hohen Laufleistung üblich. Realistischer sind Folgeschäden, die aufgrund eines gerissenen Zahnriemens oder einer beschädigten Steuerkette entstehen können. Auch bei ausbleibenden Wartungsarbeiten können Auslassventile undicht werden, beispielsweise wegen mangelnder Schmierung.
Ventile wechseln: selber machen oder in die Werkstatt?
Falls an Ihrem Motor Auslassventile defekt sind, sollten Sie diese möglichst bald austauschen lassen. Leider ist dies keine Aufgabe, die Sie als Hobbyschrauber selbst erledigen können. Die Ventile sind schwer zugänglich. Zudem erfordert der Austausch, den Motor zu zerlegen. Anschließend kann es erforderlich werden, das neue Auslassventil in den Ventilsitz einzuschleifen. Sie sollten die Reparatur deshalb nur dann in Eigenregie angehen, wenn Sie über erweiterte Kenntnisse und viel Erfahrung verfügen.
Ventile wechseln: So geht’s
Beim Austausch der Auslassventile gehen Sie folgendermaßen vor:
- Schritt: Lassen Sie den Motor zunächst abkühlen, wenn Sie kürzlich gefahren sind.
- Schritt: Demontieren Sie die Motorabdeckung.
- Schritt: Demontieren Sie die Zylinderkopfdichtung, um die Ventile zugänglich zu machen.
- Schritt: Lösen Sie das defekte Ventil mit entsprechendem Spezialwerkzeug aus dem Gewinde.
- Schritt: Tauschen Sie neben dem Auslassventil selbst vorsorglich die Ventilfedern und die Ventilschaftdichtungen mit.
- Schritt: Anschließend ist es in vielen Fällen erforderlich, das Ventilspiel neu einzustellen.
- Schritt: Montieren Sie alle demontierten Bauteile und unterziehen Sie das Fahrzeug einem Test.
Möchten Sie den Wechsel der Auslassventile Ihres Autos selbst vornehmen? Gehen Sie bei der Auswahl der richtigen Ersatzteile mit Bedacht vor. Passende Auslassventile zu Ihrem Modell bestellen Sie online bei Motointegrator.














































