Winterreifen im Sommer nutzen: sinnvoll oder nicht?

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Winter-Sommer-Autoreifen
© GettyImages / Marcus Millo
Motointegrator

Die Winterreifen haben nur noch wenig Profil. Da liegt es doch nahe, sie einfach auch noch im Sommer zu fahren, denn für den nächsten Winter taugen sie ohnehin nicht mehr. So denken viele Autofahrer. Doch darf man im Sommer mit Winterreifen fahren? Und zahlt die Versicherung, wenn ein Unfall passiert? Dieser Beitrag klärt häufige Fragen rundherum.

Darf man mit Winterreifen im Sommer fahren?

Die gute Nachricht ist: Der deutsche Gesetzgeber macht relativ wenige Vorgaben dazu, mit welchen Reifen Sie wann fahren dürfen. Es gibt lediglich eine situative Winterreifenpflicht, die greift, wenn winterliche Straßenverhältnisse vorherrschen. Für das restliche Jahr gibt es keine Vorschriften dazu, wann Sommer- und Winterreifen gefahren werden dürfen. Daher ist es durchaus erlaubt, die Winterreifen im Sommer weiterzufahren.

Tipp: Möchten Sie andere Länder bereisen, sollten Sie aber genau hinsehen. In Italien etwa sind weder Winter- noch Ganzjahresreifen im Sommer uneingeschränkt erlaubt. Vielmehr müssen sie mindestens für die Höchstgeschwindigkeit Ihres Autos zugelassen sein. Bei vielen Winterreifen ist das nicht der Fall.

Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreifen

Um zu verstehen, ob Winterreifen für den Sommer eine sinnvolle Wahl sind, lassen Sie uns zunächst einen Blick auf die Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreifen werfen:

Tabelle

Winterreifen im Sommer: keine sinnvolle Wahl

Winterreifen müssen Sie bereits dann ausmustern, wenn sie weniger als 4 Millimeter Profiltiefe aufweisen. Da Sommerreifen allerdings nur eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern benötigen, können Sie die Winterreifen im Sommer „aufbrauchen“. Das ist tatsächlich erlaubt.

Dennoch ist das gerade bei heißem Wetter aus mehreren Gründen nicht empfehlenswert:

  • Die weiche Gummimischung der Winterr reagiert empfindlich auf hohe Temperaturen im Sommer.
  • Das Fahrgefühl fühlt sich auf heißen Fahrbahnen eher schwammig an.
  • Der Bremsweg verlängert sich.
  • Die Reifen verzeichnen einen erhöhten Abrieb und verschleißen schneller.
  • Der Treibstoffverbrauch ist höher.

Tipp: Für manche Autofahrer sind Allwetterreifen eine sinnvolle Option. Insbesondere die Eigentümer von Klein- und Kompaktwagen, die überwiegend Kurzstrecken fahren, können mit Ganzjahresreifen gut bedient sein. Wenn Sie aber regelmäßig auf der Autobahn (hohe Geschwindigkeiten) oder im Winter auf Schnee und Eis unterwegs sind, sollten Sie jede Saison zwischen Sommer- und Winterreifen wechseln.

Unfall mit Winterreifen im Sommer: Zahlt die Versicherung?

Auch wenn Winterräder im Sommer erlaubt sind, eine Frage bleibt: Zahlt die Versicherung, wenn Sie einen Unfall verursachen? Eine klare Aussage hierzu ist leider nicht möglich, denn es kommt auf die Umstände des Einzelfalls an. Die Haftpflichtversicherung trägt den Schaden normalerweise vollständig.

Weniger eindeutig ist die Lage bei der Teil- oder Vollkaskoversicherung. Diese kann die Leistung verweigern, wenn grob fahrlässig gehandelt wurde. Das ist insbesondere der Fall, wenn der Unfall infolge der Winterreifen verursacht wurde. Können Sie etwa aufgrund des durch die Winterreifen verlängerten Bremswegs nicht rechtzeitig bremsen und fahren auf ein anderes Auto auf, könnte Ihnen die Versicherung zumindest eine Teilschuld aufbrummen.

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