
Wenn Sie nur wenig mit dem Auto unterwegs sind, kennen Sie das vielleicht: Die Reifen sind selbst nach fünf Jahren noch nicht abgefahren und könnten immer noch genutzt werden. Dennoch schwingt immer eine gewisse Unsicherheit mit. Wie alt dürfen Reifen sein? Lassen sie ab einer gewissen Zeitspanne nach? Erfahren Sie, welche Vorschriften es zum Reifenalter gibt, was der TÜV dazu sagt und wie alt neue Pkw-Reifen sein dürfen.
Welche Altersbeschränkungen gelten gemäß den gesetzlichen Vorschriften für Reifen?
Es gibt zum zulässigen Alter von Rädern tatsächlich kaum gesetzliche Vorgaben. Solange Sie die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern bei Sommerreifen und 4,0 Millimetern bei Winterreifen nicht unterschreiten, dürfen Sie somit auch ältere Räder fahren, ohne ein Bußgeld befürchten zu müssen. Lediglich auf Anhängern oder Wohnwagen bis 100 km/h Höchstgeschwindigkeit montierte Reifen müssen Sie spätestens nach sechs Jahren austauschen.
Auch für neue Reifen, die Sie beim Händler kaufen, gibt es keine Vorschrift bezüglich des maximalen Alters. Häufig wurden diese bereits einige Zeit gelagert. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) legt hierzu zweierlei Maßstäbe an. Wird ein Reifen als „fabrikneu“ bezeichnet, darf er demnach höchstens drei Jahre alt sein. Bis zu einem Alter von fünf Jahren ist die Bezeichnung als „neu“ erlaubt. Die Experten gehen davon aus, dass auch nach fünf Jahren die Nutzung der Reifen unproblematisch ist. Spätestens nach zehn Jahren sollten sie aber ersetzt werden.
Warum altern Reifen überhaupt?
Man könnte denken, wenig gefahrene Reifen dürften sich nicht übermäßig abnutzen. Tatsächlich lässt das Material mit der Zeit auch dann nach, wenn Sie die Reifen wenig fahren. Verantwortlich sind dafür physikalische Prozesse, die durch mehrere Faktoren in Gang gesetzt werden:
- sehr hohe oder niedrige Temperaturen
- Temperaturschwankungen
- UV-Strahlung und Licht
- Feuchtigkeit
Dadurch verändern sich die Eigenschaften des Gummis. Seine Elastizität nimmt mit der Zeit ab. Dies wirkt sich wiederum negativ auf die Haftfähigkeit und das Bremsverhalten bei nasser Fahrbahn aus. Auch dies bedeutet ein zusätzliches Sicherheitsrisiko bei jeder Fahrt.
Reifenalter ablesen: So geht’s
Sie müssen keine Rechnungen heraussuchen. Diese würden das Alter ohnehin nicht ausweisen, da es nicht mit dem Kaufdatum identisch ist. Werfen Sie stattdessen einen Blick auf die Reifenflanke. Im Regelfall ist der Herstellungszeitpunkt dort eingeprägt.
Sie finden dort die sogenannte DOT-Nummer. Sie erkennen sie an dieser Form:
DOT XXXX XXXX XXXX
Die drei Blöcke mit je vier Zeichen können sowohl aus Ziffern als auch aus Buchstaben bestehen. Für das Reifenalter relevant ist der dritte Block. Von den vier Ziffern stehen die ersten zwei für die Kalenderwoche und die letzten zwei für das Jahr der Herstellung. Lautet die DOT-Nummer beispielsweise DOT 6GXW DDBR 3322, wurde der Reifen in der Kalenderwoche 33 im Jahr 2022 produziert.
Ganzjahresreifen: Wie alt dürfen Reifen sein?
Der TÜV empfiehlt den Austausch spätestens nach acht bis zehn Jahren. Noch besser wäre der Austausch ab einem Alter von sechs Jahren. Diese Empfehlung gilt jedoch nicht unbedingt für Ganzjahresreifen. Sie beruhen auf einer speziellen Gummimischung, die ihre Eigenschaften sowohl für den Winter als auch für den Sommer möglichst sicher macht. Genau diese Gummimischung ist es aber auch, die die Reifen schneller verschleißen lässt.
Leider gibt es hier keine konkrete Grenze für das maximale Alter. Prüfen Sie Ihre Ganzjahresreifen deshalb, ehe Sie sie aufziehen. Tauschen Sie sie rechtzeitig aus, wenn die Gummimischung härtet.
Wie alt dürfen Räder für den TÜV sein?
Auch der TÜV hat keine offiziellen Grenzwerte, was das Reifenalter betrifft. Dennoch kann ein Auto aufgrund der Reifen die Hauptuntersuchung nicht bestehen. Stellt der Prüfer fest, dass die Reifeneigenschaften bereits gelitten haben, kann er Ihnen für die neue Plakette einen Austausch der Räder auferlegen. Häufig tritt dies ab einem Reifenalter von sechs Jahren auf.
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