Runderneuerung von Reifen: Wie sicher sind die aufbereiteten Reifen?

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Mechaniker balanciert Reifen in Autowerkstatt
© GettyImages / South_agency
Motointegrator

25.000 bis 50.000 Kilometer – das ist die Fahrleistung eines normalen Autoreifens bei einem durchschnittlichen Fahrstil. Bei Vielfahrern kann das pro Jahr zwei Sätze Reifen bedeuten. Die Idee, die Reifen aus Gründen des Umweltschutzes wiederzuverwerten, ist daher naheliegend. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie bei Reifen die Runderneuerung funktioniert und wann sie eine sinnvolle Alternative zu neuen Reifen ist.

Runderneuerung von Reifen: clevere Wiederverwertung

Pro Jahr stehen etwa 600.000 Tonnen Altreifen zur Entsorgung an. Ein Teil davon wird wiederverwertet und für andere Einsatzbereiche genutzt. So werden die Altreifen etwa zu Granulat oder Gummimehl verarbeitet. Ein Teil fließt aber auch in die Runderneuerung von Reifen.

Bei runderneuerten Reifen handelt es sich um neue Pneus, die aus dem Material von Altreifen hergestellt werden. Die Hersteller kaufen hierfür Altreifen mit nicht mehr ausreichendem Profil auf. Sie entfernen die unbrauchbare Lauffläche, um die Karkasse des Reifens freizulegen. Dabei handelt es sich um den stabilen Unterbau, der die Basis von Pneus darstellt. Bei der Runderneuerung von Reifen zieht der Produzent schließlich eine neue Lauffläche auf. Runderneuerte Reifen gibt es als Sommer- und Winterreifen sowie als Ganzjahresreifen (M+S).

Tipp: Fragen Sie sich, ob Sie runderneuerte Reifen vor sich haben? Sie erkennen diese an einem bestimmten Schriftzug. Es kann sich dabei entweder nur um den Buchstaben R oder um einen dieser Schriftzüge auf dem Reifen handeln: runderneuert, retread oder retreaded. Die DOT-Nummer gibt bei einem solchen Reifen nicht das Produktionsdatum an, sondern das Datum der Runderneuerung.

Wie funktioniert die Runderneuerung von Reifen?

Wie gehen Hersteller nun konkret bei der Runderneuerung der Reifen vor? Teil des Prozesses sind die folgenden Schritte:

  1. Schritt: Zunächst müssen die Reifen auf mögliche Schäden untersucht werden. Während diese an den ohnehin abgefahrenen Laufflächen unwichtig sind, wären sie an den Karkassen ein Problem. Reifen mit beschädigten Karkassen können nicht runderneuert werden.
  2. Schritt: Maschinen entfernen den Gummi der Lauffläche und legen so die Karkasse frei.
  3. Schritt: Auf die Karkasse wird eine neue Mischung aus Rohgummi aufgetragen.
  4. Schritt: Nun sind ein hoher Druck (rund 15 bar) und eine Temperatur von etwa 160° C erforderlich, um aus dem jetzt vorhandenen Reifenrohling einen neuen Reifen zu machen. In diesem Prozessschritt entsteht das Profil des Reifens und das Gummigemisch wird durch den Vulkanisationsvorgang elastisch.

Im Pkw-Bereich spielen runderneuerte Reifen insgesamt eine untergeordnete Rolle. Sie nehmen einen Marktanteil von unter einem Prozent ein. Anders sieht es hingegen im Bereich der Nutzfahrzeuge und bei den Baumaschinen aus. Angesichts der enormen Kosten neuer Reifensätze ist die Bereitschaft deutlich höher, die günstigeren runderneuerten Reifen zu nutzen.

Wie sicher sind runderneuerte Reifen?

Die Oberfläche runderneuerter Reifen ist neuwertig. Entsprechend stehen sie den Eigenschaften neuer Reifen in nichts nach, ob auf Schnee oder bei Aquaplaning. Eines soll aber natürlich nicht verschwiegen werden: Der wiederverwertete Korpus unterliegt der natürlichen Abnutzung. Es kann somit zu vorzeitigen Verschleißerscheinungen kommen. Deshalb ist es sinnvoll, die Reifen regelmäßig zu kontrollieren. Insgesamt sind Sie mit runderneuerten Reifen ebenso sicher unterwegs wie mit neuen.

Auch nach der Runderneuerung müssen Reifen die EU-Norm EC R 108 erfüllen. Dies erkennen Sie an dem auf dem Reifen aufgeprägten E-Prüfzeichen. Achten Sie etwa auf die Angabe „E1“. Diese bedeutet, dass ein Reifen in Deutschland zugelassen wurde.

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