Reifenwechsel: Autoreifen einfach selber wechseln oder wechseln lassen?

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Reifenwechsel
© GettyImages / Tatomm
Motointegrator

Mit einem Reifenwechsel von Sommer- zu Winterreifen sparen Sie auf lange Sicht viel Geld! Und Sie sind deutlich sicherer unterwegs. Sommerreifen sind wesentlich Sprit effizienter. Winterreifen bieten dagegen mehr Grip. Sogenannte Allwetterreifen sind zwar eine gängige Alternative in milderen Klimazonen, doch sie bieten maximal eine Kompromisslösung.

Viele Kfz-Halter führen den Reifenwechsel selbst durch. Andere lassen die Autoreifen in einer Werkstatt wechseln, auswuchten und einlagern. Wie viel Geld professionelle Reifenwechsel kosten, welcher Service in diesem Zusammenhang geboten wird und auf was Sie beim eigenständigen Reifenwechsel achten müssen, das sind die Kernthemen dieses Artikels.

Wann steht ein Reifenwechsel an?

Jeder Autoreifen geht irgendwann kaputt. Das gilt auch für ungebrauchte Pneus, die seit Jahren in der Garage liegen. Reifen haben eine Halbwertszeit. Als Daumenregel sollten Sie Autoreifen, die älter als sechs Jahre sind, entsorgen. Der Grund hierfür sind die Materialeigenschaften der Reifen, die sich mit der Zeit verändern. Die Pneus werden zunehmend härter, spröder und verlieren an Grip. Das Alter der Reifen lässt sich an deren Außenseite (Reifenflanke) ablesen. Die ersten beiden Ziffern beschreiben die Kalenderwoche des Herstellungsjahrs. Steht dort zum Beispiel „11 19“, dann wurde der Reifen in der elften Kalenderwoche (März) 2019 produziert.

Ein Reifenwechsel in Berlin oder anderswo steht auch an, wenn das Profil der Reifen abgefahren ist. Laut Gesetz darf die Profiltiefe nicht weniger als 1,6 mm betragen. Die Kfz-Experten von Motointegrator empfehlen, Sommerreifen mit einem Profil von 3 mm und Winterreifen mit einer Profiltiefe von mindestens 4 mm auszuwechseln.

Ein deutliches Anzeichen für abgefahrene oder zu alte Reifen ist das Durchdrehen beim Anfahren. Die Pneus können keine zureichende Bodenhaftung aufbauen oder aufrechterhalten.

Reifenwechsel selbst machen – Anleitung

Einen Reifenwechsel selbst durchzuführen, ist nicht schwer. Dennoch sollten Sie mit Vorsicht und Bedacht an die Sache herangehen. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie mit dem selbstständigen Reifenwechsel Kosten sparen, aber etwas Zeit investieren müssen. Damit weder Sie noch das Auto zu Schaden kommen, gehen Sie wie folgt vor:

Schritt #1: Stellen Sie Rad-Kreuz, Wagenheber, Drehmomentschlüssel und die Räder bereit.
Schritt #2: Legen Sie vor dem Anheben den ersten Gang (Schaltgetriebe) oder „P“ (Automatikgetriebe) ein. Ziehen Sie die Handbremse an.
Schritt #3: Bevor Sie das Auto anheben, lösen Sie alle Radmuttern oder Schrauben um eine Viertel-Drehung.
Schritt #4: Setzen Sie den Wagenheber wie im Handbuch beschrieben an. Achten Sie darauf, dass dieser auf einem festen, stabilen Untergrund steht.
Schritt #5: Lösen Sie die Radmuttern / Schrauben vollständig und legen Sie diese auf einem sauberen Untergrund zur Seite.
Schritt #6: Das Rad lösen und mit einem Kreidestück markieren. Beispielsweise „HR“ für „Hinten rechts“.
Schritt #7: Führen Sie eine Sichtprüfung am Rad, an der Bremse und am Fahrwerk durch. Entfernen Sie beispielsweise Steinchen im Reifenprofil und achten Sie auf starke Verschmutzung / Abnutzung der Bremsen. Im Zweifelsfall das Auto nach dem Reifenwechsel zur Werkstatt bringen.
Schritt #8: Reinigen Sie die Auflagefläche, stecken Sie das Rad auf, montieren Sie die Radmuttern / Schrauben und ziehen Sie diese handfest an.
Schritt #9: Lassen Sie das Auto vorsichtig ab. Ziehen Sie dann die Schrauben / Radmuttern mit dem im Auto-Handbuch vorgeschriebenen Drehmoment an.
Schritt #10: Reifendruck checken. Den richtigen Reifendruck – abhängig von Beladung und Reifendimension – finden Sie entweder im Handbuch, im Tankdeckel oder an der Fahrertür-Innenseite.

Wichtig: Ziehen Sie die Radmuttern / Schrauben nach 100 km noch einmal nach. Und ziehen Sie Reifen mit mehr Profil immer hinten auf. Somit reduzieren Sie die Gefahr, dass der Wagen ausbricht und ins Schleudern gerät.

Professioneller Reifenwechsel: Welche Kosten entstehen?

Die sichere, relaxte und zeitsparende Alternative zum Reifen selber wechseln ist es, eine Fachwerkstatt mit dem Reifenwechsel zu beauftragen. Das kostet zwar ein paar Euro, doch die Vorteile sprechen für sich.

Viele Kfz-Werkstätten bieten ein komplettes Reifen-Serviceangebot. Dies beinhaltet nicht nur den Reifenwechsel, sondern auch die Einlagerung sowie eine Auswuchtung der Pneus.

Auswuchtung der Reifen kurz erklärt:

Eine Auswuchtung der Pneus ist wichtig, wenn die Reifen ungleichmäßig abgefahren sind. Man spricht hier von einer „Unwucht“. Diese macht sich durch ein Vibrieren des Autos bemerkbar, wenn es eine gewisse Geschwindigkeit erreicht. Ungleichmäßige Vorderräder fangen zwischen 90 und 120 km/h an zu vibrieren. Eine Unwucht der Hinterreifen macht sich zwischen 120 und 150 km/h bemerkbar.

Einfache Reifenwechsel kosten in Werkstätten über den Daumen gepeilt zwischen 20,- bis 40 Euro für vier Räder. Das Wuchten der Reifen fällt mit circa 20,- bis 35,- Euro zu Buche. Für das fachgerechte Einlagern der Pneus werden durchschnittlich 30,- bis 50,- Euro pro Saison in Rechnung gestellt.

Tipp: Achten Sie auf Komplettangebote, die das gesamte Serviceangebot rund um den Reifenwechsel zusammenfassen. Hier können Sie richtig Geld sparen.

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