
Lässt die Bremskraft Ihres Autos stark nach, lohnt sich der Blick unter das Fahrzeug. Tritt eine bernsteinfarbene Flüssigkeit aus, ist die Wahrscheinlichkeit eines defekten Bremsschlauchs hoch. Erfahren Sie hier, woran Sie einen kaputten Bremsschlauch erkennen, wie Sie ihn wechseln und welche Kosten auf Sie zukommen.
Bremsschlauch defekt: Symptome und Anzeichen im Überblick
Beim Bremsschlauch handelt es sich um ein typisches Verschleißteil. Sie sollten ihn deshalb in regelmäßigen Abständen kontrollieren lassen, im Schnitt etwa alle vier Jahre. Liegt ein Defekt des Bremsschlauchs Ihres Autos vor, können Sie diesen jedoch anhand der folgenden Anzeichen oft selbst erkennen:
- Die Bremskraft ist geringer oder im schlimmsten Fall gibt es überhaupt keine Bremswirkung mehr.
- Unter dem Auto bilden sich Flecken durch Bremsflüssigkeit.
- Der Pegel der Bremsflüssigkeit im Behälter ist gesunken.
- Das Bremspedal lässt sich plötzlich weiter oder sogar bis zum Anschlag durchtreten.
- Der Bremsweg verlängert sich, obwohl es keine witterungsbedingten Gründe dafür gibt.
- Die Bremskontrolllampe am Armaturenbrett leuchtet auf.
Tipp: Bei Flecken unter dem Auto sollten Sie zunächst feststellen, um welche Art von Flüssigkeit es sich handelt. Bremsflüssigkeit ist bernsteinfarben und hinterlässt auf dem Boden gelbliche Flecken. Der Geruch wird als reizend empfunden und ähnelt den Ausdünstungen von Öl. Achtung: Auf der Haut kann Bremsflüssigkeit zu Reizungen führen.
Die Ursachen für einen defekten Bremsschlauch am Auto
Ein undichter Bremsschlauch kann mehrere Ursachen haben:
- natürlicher Verschleiß (Entwicklung einer porösen, brüchigen Struktur)
- Umwelteinflüsse (Witterung, Steinschlag, Streusalz, Schmutz)
- Marderbiss
Leider haben Sie mit einem defekten Bremsschlauch keine Chance, durch die nächste Hauptuntersuchung zu kommen. Auf dem Bremsenprüfstand wird der Prüfer den Mangel sofort feststellen, weil die erforderliche Bremskraft nicht aufgebaut werden kann. Nicht nur deshalb, sondern vor allem zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie den Bremsschlauch wechseln, wenn er defekt ist.
Bremsschlauch wechseln: So funktioniert’s
Möchten Sie den Bremsschlauch wechseln, gehen Sie nach dieser Anleitung vor:
- Lokalisieren Sie zunächst die genaue Stelle der Undichte. Sie müssen nur diesen Teil des Bremsschlauchs ersetzen.
- Lassen Sie die Bremsflüssigkeit ab. Alternativ nutzen Sie eine Bremsschlauchklemme, um die Leitung abzuklemmen.
- Demontieren Sie den betroffenen Leitungsabschnitt.
- Bereiten Sie den neuen Bremsschlauch vor. Falls Sie nicht auf ein vorgebogenes, fahrzeugspezifisches Modell zurückgreifen, können Sie die Bremsleitung auch aus Meterware selbst herstellen. Sie müssen sie dann aber in dieselbe Form biegen, die der alte Bremsschlauch hatte. Versehen Sie die Bremsleitung mit neuen Hohl- oder Überwurfschrauben und bördeln Sie die Verbindungsstellen.
- Montieren Sie den neuen Bremsschlauch.
- Füllen Sie das Bremssystem mit neuer Bremsflüssigkeit.
- Entlüften Sie das Bremssystem mit einem entsprechenden Entlüftungsgerät.
- Führen Sie eine Probefahrt durch, um die Bremsen auf ihre Funktion zu prüfen.
Bremsschlauch wechseln: Kosten und Aufwand
Lassen Sie den Bremsschlauch in der Werkstatt wechseln, müssen Sie mit etwa ein bis zwei Stunden Arbeitszeit rechnen. Abhängig ist dies von der Zugänglichkeit der Stelle. Oft reicht es, nur die Unterbodenverkleidung zu entfernen. Manchmal müssen aber auch andere Komponenten wie der Tank oder der Auspuff demontiert werden, um die schadhafte Stelle am Bremsschlauch zu reparieren. Die Arbeitskosten belaufen sich also bei einem Stundensatz von 85 Euro auf rund 85 bis 170 Euro.
Hinzu kommen die Materialkosten. Diese variieren je nachdem, ob die günstigere Meterware zum Einsatz kommt oder der Fachmann eine vorgebogene Leitung verwendet. Die Materialkosten liegen bei rund 25 bis 85 Euro. Möchten Sie den Bremsschlauch wechseln lassen, kommen also Kosten von etwa 110 bis 255 Euro auf Sie zu.
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