
Um im Urlaub flexibel zu sein, setzen viele Reisende auf ein Mietwagen. Welche Besonderheiten sollten beim Automieten im Ausland beachtet werden?
Wer am Urlaubsort flexibel sein möchte, kommt an einen Mietwagen kaum vorbei: Mit dem eigenen Auto am Feriendomizil können Sie selber auf Entdeckungsreise gehen. Anders als in Deutschland ist der Verbraucherschutz allerdings in vielen Ländern weniger stark ausgeprägt. Was sollten Sie beachten, um Risiken zu vermeiden?
„Mallorca-Police“ Pflicht
In Deutschland schützt der Gesetzgeber sowohl Versicherte die auch Geschädigte: Mindestdeckungssummen sorgen bei der Kfz-Haftpflichtversicherung dafür, dass der Unfall in voller Höhe bezahlt wird. Selbst innerhalb der EU sind diese Versicherungssummen keine Selbstverständlichkeit. Während in Deutschland schon bei Personenschäden bis zu 12 Millionen EUR gezahlt werden, beträgt diese Summe in beispielsweise in Griechenland derzeit lediglich 750.000 EUR. Kommt es dann im Ausland zu einem Unfall, muss der Fahrer möglicherweise eine Restsumme aus eigener Tasche finanzieren. Aus diesem Grund sollten Sie bei der deutschen Versicherung auf die sogenannte „Mallorca-Police“ achten: Damit ist gemeint, dass Ihre deutsche Versicherung im Zweifel die Versorgungslücke schließt. Diese Klausel gilt allerdings nur für Mietwagen innerhalb der Europäischen Union. Weiterhin sollten Sie klären, ab auch der Grenzübertritt mit dem Auto erlaubt ist. Bei einem Urlaub in Portugal, Spanien oder Frankreich kann nämlich auch das Nachbarland reizvoll erscheinen. Die Vermieter handhaben diese Frage unterschiedlich, was wiederum auch auf den eingeschränkten Versicherungsschutz zurückzuführen ist.

Begrenzter Versicherungsschutz außerhalb der EU
Rechtzeitig buchen
Unabhängig vom Reiseort sollte vor dem Urlaub ein umfangreicher Vergleich der Angebote durchgeführt werden. Wenn Sie sich erst am Ankunftsflughafen um ein Fahrzeug bemühen, werden Sie mit Sicherheit einen Aufschlag bezahlen müssen – sofern in der Hauptsaison überhaupt noch ein Auto verfügbar ist. Sind Sie Mitglied in einem Automobilclub, können Sie zusätzliche Rabatte nutzen. Weiterhin sollten Sie darauf achten was an Extras möglicherweise benötigt wird. Wie auch in Deutschland müssen Kindersitze, Navigationssysteme oder Winterreifen zusätzlich bezahlt werden. Insbesondere Letztere können bei der winterlichen Reise notwendig werden. Wird in Österreich oder in der Schweiz ein Mietwagen gebucht, kann auch die Ausstattung mit Schneeketten sinnvoll sein.
Schäden im Vorfeld sorgfältig dokumentieren
Wenn Sie den Mietwagen im Vorfeld buchen, haben Sie auch noch etwas Zeit, das Kleingedruckte zu lesen. Dabei sollten Sie prüfen, ob hinsichtlich des Fahrers eine Altersbegrenzung besteht, ob eine weitere fahrberechtigte Person aufgelistet ist und wie viele Freikilometer enthalten sind. Im Unterschied zu Deutschland sind in vielen Urlaubsländern allerdings auch Angebote ohne Kilometerbegrenzung verfügbar. In der Bundesrepublik sind die Mietwagen üblicherweise sehr jung und in einem neuwertigen Zustand. Bei der Autoanmietung im Ausland können Sie davon nicht ausgehen: Eine sorgfältige Kontrolle auf äußere Schäden ist Pflicht. Lassen Sie sich nicht vom in dieser Hinsicht scheinbar lockeren Vermieter drängen und dokumentieren Sie am besten alle Schäden mit dem Smartphone. Weiterhin sollten Sie das Fahrzeug nur vollgetankt zurückgeben. Denn viele Autovermieter kassieren überzogene Tankgebühren, wenn sie selbst aktiv werden müssen. Der ADAC hat ermittelt, dass die mehr Gebühren gegenüber der normalen Betankung durchaus 40% und mehr betragen können – eine Praxis, die allerdings auch in Deutschland nicht unüblich ist. So zeigt sich am Ende: Um in der schönsten Zeit des Jahres keine unangenehmen Überraschungen zu erleben, sollten Sie beim Thema Mietwagen durchaus kleinlich sein. Ein genauer Vergleich der Angebote und der Vertragsbedingungen schützt Sie vor hohen Extrakosten.











































