
Da der Fokus der Autobauer bei alternativen Antrieben inzwischen auf Elektro- und Hybridmotoren liegt, gibt es nur noch wenige Fahrzeuge mit Autogas ab Werk. Dennoch lohnt sich der Umstieg für viele Modelle finanziell. Die Umrüstung Ihres Autos auf Autogas erfordert einen teuren Umbau, führt aber zu geringeren Treibstoffkosten. Wir klären, wie der Umbau funktioniert und wie hoch Kosten und Aufwand zu Buche schlagen.
Lohnt sich die Umrüstung auf Autogas?
Nach der Umrüstung läuft Ihr Auto nicht mehr mit Benzin, sondern nutzt sogenanntes Autogas als Treibstoff. Es wird auch als Flüssiggas bezeichnet und ist an Tankstellen oft unter der Bezeichnung „LPG“ (Liquified Petroleum Gas) zu finden. Es handelt sich um einen Mix aus den Gasen Propan und Butan, die in flüssiger Form vorliegen. LPG ist besonders günstig und das hat einen guten Grund: Es wird nicht gezielt für die Verwendung als Autogas hergestellt, sondern ist eigentlich ein Reststoff, der bei der Herstellung anderer Produkte in Erdölraffinerien anfällt.
Die Umrüstung auf Autogas wurde in den vergangenen Jahren vom Staat steuerlich gefördert. Voraussichtlich läuft die steuerliche Begünstigung Ende 2022 aus. Deshalb fragen sich viele Autobesitzer, ob sich die Umrüstung des Autos überhaupt noch lohnt. Immerhin steigen dann die Preise für Autogas weiter an. Im Hinblick auf die in den vergangenen Monaten drastisch gestiegenen Preise für Benzin lohnt sich der Umbau auf Autogas auch ohne Steuerbegünstigung.
Möglichkeiten bei der Umrüstung auf Autogas
Bei der Umrüstung Ihres Autos haben Sie die Wahl aus mehreren Arten von Anlagen. Am häufigsten kommt die sogenannte Verdampferanlage zum Einsatz. Für die LPG-Umrüstung sind dann erforderlich:
- der Tank für das LPG-Autogas
- ein Filter
- ein Verdampfer
- mehrere Injektoren
Andere Systeme für die Umrüstung von Autos auf Gas beruhen auf Flüssigphaseneinspritzungen. Hierzu installiert der Fachmann im hinteren Bereich des Fahrzeugs eine Hochdruckpumpe. Diese befördert das LPG-Gas zu den Einspritzventilen des Motors. Die Anbringung der Injektoren ist bei dieser Variante besonders heikel: Sie müssen exakt zueinander positioniert werden, damit im Ansaugkrümmer keine Vereisungen auftreten.
Umrüstung auf Autogas selber machen – ist das sinnvoll?
Es gibt keinen Grund, vor der Umrüstung eines Autos auf Gas zurückzuschrecken. Ist alles korrekt verbaut, kann sich LPG weder entzünden noch kann es austreten. Die Tanks können sogar sicherer sein als ein Benzintank, da sie einem höheren Druck standhalten müssen und deshalb stärker ausgeführt sind. Doch genau aus diesem Grund ist es nicht ratsam, die Arbeiten selbst zu erledigen. Es ist besonders wichtig, dass die Gasleitungen korrekt verlegt werden. Mechanische Einflüsse könnten sonst im schlimmsten Fall zu einer Beschädigung der Anlage führen.
Es ist sinnvoll, sich an einen Spezialisten für die Umrüstung auf Autogas in der Nähe zu wenden, der die Besonderheiten der Aufgabe kennt. Lassen Sie vorab prüfen, ob Ihr Auto für den Umbau geeignet ist und der Einsatz von LPG als Treibstoff unbedenklich ist.
Tipp: Einige Unternehmen bieten als Ergänzung zur Umrüstung eine Garantieversicherung. Damit erhalten Sie bis zu fünf Jahre Garantie auf die Autogasanlage. Gerade bei Neufahrzeugen ist dies durchaus von Vorteil. Die Hersteller schließen die Garantie für umgebaute Fahrzeuge nämlich häufig aus, wenn ein Problem mit der Gasanlage zusammenhängt.
Kosten für die Umrüstung Ihres Autos
Möchten Sie Ihr Auto auf Autogas umrüsten lassen, sollten Sie mit Kosten zwischen 2.000 und 4.000 Euro rechnen. Darin enthalten sind neben den Bauteilen für den Umbau auch die Arbeitszeit von rund anderthalb bis zweieinhalb Arbeitstagen und die Abnahme der Arbeiten durch eine Prüforganisation (z. B. TÜV). Nach dem Einbau ist eine regelmäßige Wartung der Anlage erforderlich. Gewöhnlich ist diese an die Fahrleistung geknüpft und alle 20.000 bis 25.000 Kilometer einzuplanen. Rechnen Sie mit Kosten von rund 150 Euro pro Inspektion.
Die hohen Kosten wirken auf den ersten Blick abschreckend. Doch die Umrüstung Ihres Autos lohnt sich in den meisten Fällen – bei manchen früher, bei manchen später. Der ADAC hat eine Amortisationsrechnung für 60 Automodelle durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass sich der Umbau bei einem BMW X3 bereits nach 42.000 Kilometern lohnt, bei einem Skoda Fabia hingegen erst nach 111.000 Kilometern Fahrleistung.
Ersatzteile für Ihr Auto passend zur LPG-Umrüstung, etwa einen LPG-Kraftstofffilter, bestellen Sie online bei Motointegrator.












































