Der Tragfähigkeitsindex: was er über Ihre Reifen aussagt

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Tragfähigkeitsindex - Reifen verschiedener Grossen vor weissen Hintergrund
© GettyImages / sergeyryzhov
Motointegrator

Einfach irgendwelche Reifen kaufen und aufs Auto montieren? Ganz so einfach ist es nicht. Vorab müssen Sie bestimmen, welche Reifen zu Ihrem Fahrzeug passen. Dabei spiel der Tragfähigkeitsindex eine wichtige Rolle. Erfahren Sie hier, wie Sie den Tragfähigkeitsindex berechnen, wo Sie ihn finden und ob Sie ihn überschreiten oder unterschreiten dürfen.

Was ist der Tragfähigkeitsindex?

Der Tragfähigkeitsindex wird auch als Last-Index oder Load-Index bezeichnet. Zusätzlich gibt er Auskunft darüber, wie belastbar ein Reifen ist. Genauer gesagt gibt der Wert an, welches Gewicht auf einem Reifen lasten darf.

Ehe Sie Reifen kaufen, sollten Sie stets prüfen, welchen Tragfähigkeitsindex diese für Ihr Auto aufweisen müssen, da dieser für jedes Fahrzeug vorgeschrieben ist. Um den Tragfähigkeitsindex herauszufinden, können Sie ihn der Zulassungsbescheinigung Teil I (bei älteren Fahrzeugen dem Fahrzeugschein) entnehmen, speziell in den Feldern 15.1 und 15.2. Steht hier beispielsweise „185/65R15 88H“, ist die „88“ der Tragfähigkeitsindex, wobei zu beachten ist, dass dies keine konkrete Gewichtsangabe, sondern lediglich ein Index ist.

Darüber hinaus finden Sie dieselbe Angabe auch auf der Flanke Ihrer Reifen, wodurch Sie ganz einfach abgleichen können, ob Sie erlaubte Reifenmodelle fahren.

Reifen-Tragfähigkeitsindex berechnen: So geht’s

Prinzipiell könnten Sie den Tragfähigkeitsindex berechnen und somit ermitteln, welches Gewicht auf den Reifen lasten darf. Die zugrunde liegende Formel ist jedoch recht komplex. Einfacher ist es deshalb, den korrekten Wert in einer Tragfähigkeitsindex-Tabelle abzulesen.

Tipp: Auch die Fahrgeschwindigkeit beeinflusst den tatsächlichen Tragfähigkeitsindex. Je schneller Sie fahren, desto geringer ist die Belastbarkeit des Reifens. Insbesondere ab Geschwindigkeiten von 210 km/h sollten Sie deshalb besser von einer geringeren Tragfähigkeit ausgehen.

Reifen-Tragfähigkeitsindex überschreiten: Ist das erlaubt?

Vielleicht fragen Sie sich, wie es überhaupt möglich ist, die Maximallast zu überschreiten, wenn die Vorgabe in der Zulassungsbescheinigung Teil I auf das Gewicht des Autos abgestimmt ist. Tatsächlich ist dies der Fall. Dennoch können Sie den Tragfähigkeitsindex der Reifen schnell überschreiten, wenn Sie das Fahrzeug zu stark beladen, zum Beispiel beim Transport von schweren Pflastersteinen. In diesem Fall stünde der Reifen unter einer zu hohen Belastung. Dadurch verschleißen die Räder schneller. Im schlimmsten Fall können sie sogar platzen. Das kann bei hohen Geschwindigkeiten zu schweren Unfällen führen.

Möchten Sie den Tragfähigkeitsindex der Reifen überschreiten, indem Sie Räder mit einem höheren Index montieren, als in der Zulassungsbescheinigung eingetragen? Dagegen hat der Gesetzgeber nichts einzuwenden. Sie profitieren dann zusätzlich von einer besseren Stabilität und Kontrolle bei Kurvenfahrten, einer geringeren Windanfälligkeit und einem präziseren Fahrverhalten.

Tragfähigkeitsindex niedriger als eingetragen: Fällt ein Bußgeld an?

Problematisch ist der umgekehrte Fall: wenn Sie Reifen mit einem niedrigeren Tragfähigkeitsindex montieren, der nicht den Vorgaben der Zulassungsbescheinigung Teil I entspricht. Diese Vorgaben sind speziell auf das Gewicht Ihres Autos abgestimmt. Wenn Sie einen niedrigeren Tragfähigkeitsindex wählen, kann es von Anfang an zu einer Überlastung kommen. Eine dauerhafte Überbelastung wiederum birgt das Risiko vorzeitigen Verschleißes oder gar Reifenplatzer.

Tipp: Ist Ihr Auto Baujahr 2004 oder älter? Dann könnte es in Ihrem Fall erlaubt sein, Reifen mit einem niedrigeren Tragfähigkeitsindex als eingetragen zu fahren. Damals gaben einige Autobauer den Index nämlich bewusst höher an als erforderlich, um einen gewissen Puffer zu schaffen.

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