Falsch tanken: So vermeiden Sie schwere Schäden an Ihrem Motor

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Mann steht am Auto und hat falsch getankt
© GettyImages / jhorrocks
Motointegrator

Sie stecken die Tankpistole zurück in die Tanksäule und stellen fest: Sie haben soeben den falschen Kraftstoff in Ihren Autotank gefüllt. Jetzt ist guter Rat teuer – ist bereits etwas defekt? Muss der Kraftstoff abgepumpt werden? Oder können Sie vielleicht sogar weiterfahren? Was Sie tun sollten, wenn Sie falsch tanken, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Falsches Tanken – häufige Gründe

Es kommt sogar ziemlich häufig vor, dass Autobesitzer falsch tanken. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Unachtsamkeit oder Unwissenheit des Autofahrers (z. B. bei Fahrt mit fremdem Auto)
  • große Vielfalt an Treibstoffarten an der Zapfsäule
  • unklare Bezeichnungen vieler Kraftstoffe (z. B. Maxx Motion, Fuel Save, V-Power)
  • kleine Beschriftung der Tanksäulen im Vergleich zu großen Werbeflächen
  • leicht zu verwechselnde Premiumsorten für Benzin und Diesel mit ähnlichen Namen
  • fehlende Beschriftung im Tankdeckel

Vielleicht fragen Sie sich, ob es überhaupt möglich ist, falsch zu tanken. Leider passen die Benzin-Zapfpistolen oft auch in den Einfüllstutzen von Dieselfahrzeugen. Somit lässt sich die falsche Betankung nicht immer verhindern.

Falsch tanken – erste Hilfe für den Notfall

Ist der falsche Treibstoff bereits im Tank, können Sie Schäden nur noch abwenden, wenn Sie mit Bedacht vorgehen. Stoppen Sie sofort die weitere Betankung. Starten Sie weder den Motor noch die Zündung Ihres Fahrzeugs, damit der falsche Treibstoff nicht in die Treibstoffleitungen oder gar in den Motor gelangt. Wenn möglich, sollten Sie bei modernen Fahrzeugen auch die Autotüren geschlossen halten – selbst das kann bereits die Kraftstoffpumpe auf den Plan rufen.

Benzin oder Diesel – was ist schlimmer bei falscher Betankung?

Wie Sie nun weiter vorgehen, hängt ganz davon ab, welchen Treibstoff Sie getankt haben. Ein Benzinmotor kommt mit Diesel im Regelfall besser klar als ein Dieselmotor mit Benzin. Je nach getanktem Treibstoff sollten Sie diese Punkte beachten:

  • Diesel statt Benzin: Starten Sie den Motor erst einmal nicht und holen Sie den Rat Ihres Mechanikers ein. Haben Sie nur eine geringe Menge Diesel getankt, können Sie vielleicht sogar weiterfahren, wenn Sie immer wieder Benzin nachtanken. Eine größere Menge muss hingegen abgepumpt werden. Das falsche Tanken könnte die Einspritzanlage und die Abgasnachbehandlung beeinträchtigen. Die Folge: mehrere Tausend Euro Schaden.
  • Benzin statt Diesel: Wurde der Motor noch nicht gestartet, lässt sich der falsche Treibstoff meist unbeschadet abpumpen. Ist jedoch bereits Treibstoff in das Einspritzsystem gelangt, wird dieses irreparabel beschädigt. Im Regelfall kommt dann eine teure Reparatur auf Sie zu. Der Austausch des Einspritzsystems, der Kraftstoffleitungen und des Tanks sind dann erforderlich. Ältere Dieselautos kommen je nach Motorart oft mit einer kleinen Menge Benzin zurecht, sofern sich auch noch Diesel im Tank befand.
  • Treibstoff mit zu geringer Oktanzahl: Haben Sie Normal- statt Superbenzin oder Super- statt Super-Plus-Benzin getankt, muss meist nicht abgepumpt werden. Fahren Sie einfach mit geringer Leistung vorsichtig weiter und tanken Sie immer Benzin mit der richtigen Oktanzahl nach. Benzin mit einer höheren Oktanzahl als gefordert zu tanken, ist unproblematisch.
  • AdBlue statt Diesel: Gelangt AdBlue in die Kraftstoffleitungen, können schwere Schäden am Einspritzsystem und den Leitungen entstehen. Bei noch nicht angeschalteter Zündung ist es möglich, das AdBlue abzupumpen und den Tank zu reinigen.

Privathaftpflicht, Haftpflicht oder Vollkasko: Welche Versicherung zahlt bei falschem Tanken?

Haben Sie falsch getankt, haben Sie bei Ihrer Versicherung leider schlechte Karten. Weder die Kfz-Haftpflichtversicherung noch die Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung kommen für den Schaden auf, weil es sich um einen Betriebsschaden handelt. Und auch an die Privathaftpflichtversicherung können Sie sich nicht wenden. Die sogenannte Benzinklausel oder auch Kraftfahrzeugklausel schließt hier Schäden infolge des Betriebs eines Fahrzeugs aus.

Ihre einzige Chance ist ein Kfz-Schutzbrief. Diese sehen häufig den Ersatz des Schadens bis zu einer gewissen Höhe vor. Falls Reparaturen erforderlich sind, werden die Kosten davon betragsmäßig meist nicht abgedeckt.

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