Nehmt Rücksicht auf das Rücklicht

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Rücklicht
Alles neu macht der... Juli
Motointegrator

Egal ob ein Rücklicht oder eine Rückleuchte defekt ist oder durch ein stylischeres Teil ersetzt werden soll – der Ausbau oder der Austausch ist relativ einfach, wenn man weiß wo die Schrauben versteckt sind.

Rücklicht
KNACK. So darf das aber nicht bleiben.

Vorsorge:

Wir sind uns hoffentlich einig: Selbst durchgeführte Arbeiten am Auto sollten nur erfolgen, wenn man weiß, was man tut. Wenn ihr euch nicht sicher seid, lasst eure Ersatzteile lieber von einem Fachbetrieb austauschen. Die hier gezeigten Arbeiten sind einfache Handgriffe, die auch von einem Laien durchgeführt werden können. Vorsicht ist aber immer geboten bei Arbeiten an der Bordelektrik. Ein Kurzschluss oder eine falsche Verkabelung können zu Brandschäden oder dem Ausfall der Beleuchtung führen. Wer sich hier nicht sicher fühlt, sollte vor allen Arbeiten die Batterie des Fahrzeugs abklemmen.

Vorn weiß, hinten rot

So ein Rücklicht am Kraftfahrzeug gehört nun nicht wirklich zu den großen Unbekannten der Schrauberei. Aber genau deshalb beschäftigen wir uns damit eher selten. Die roten Rücklichter hinten in den Ecken der Karosserie oder in der Heckklappe sind auf Lebensdauer des Fahrzeugs ausgelegt, aber diese Lebensdauer ist relativ und kann durch äußere Einwirkungen schnell herabgesetzt werden. Wenn nicht die des ganzen Autos, dann oft zumindest die der äußeren Beleuchtung.

Rückleuchte
Eins soll raus, eins soll rein.

Wind, Wetter und vor allem die UV-Strahlung der Sonne lassen den Kunststoff der Rückleuchten mehr oder weniger schnell ausbleichen, und sie verlieren ihre Farbe. Je nach Qualität des verwendeten Materials können Leuchten auch rissig oder spröde werden, oder wie in unserem Fall einem einfachen Parkrempler zum Opfer fallen. Wenn Teile des äußeren „Glases“ abgesplittert oder sonst wie defekt sind, verweigert der Prüfer bei der nächsten HU die Plakette. Dichtungen härten aus, Wasser dringt ein und sorgt für Korrosion. Vielleicht wollt ihr aber auch nur eure werksseitigen Rückleuchten gegen ein cooleres Tuningteil oder eine alternative Bauform austauschen – in jedem dieser Fälle muss dafür das alte erst einmal raus.

Rückleuchten
Erstmal muss einiges raus.

Was brauchen wir für die Arbeiten?

Wie gut oder wie schlecht man an die Schrauben der Rückleuchten rankommt hängt sehr vom Fahrzeugtyp ab. Wir haben einmal den vermutlich schwierigsten Kandidaten aus dem Hause Volkswagen genommen, bei eurem Auto ist es vermutlich einfacher. Nicht schaden kann ein breiter Schraubendreher und ein Hebewerkzeug aus Kunststoff, um im Kofferraum gegebenenfalls die Verkleidung zu entfernen. Die Leuchte selbst ist meistens mit Kreuzschlitz- oder Torxschrauben am Karosserieblech befestigt, der Leuchtmittelträger mit dem Kabelbaum ist bei den meisten Fahrzeugen nur eingeclippst.

Schraubendreher
Von der Rückseite kommt man ran.

Erstmal entfernen, was im Weg ist

Die meisten modernen Autos sind innen, auch im Kofferraum, voll verkleidet. Während bis in die 80er Jahre überall noch nacktes Blech zu finden war, wird heute alles mit Teppichen, Matten und Dämmfolien bestückt. Das sieht zum einen wertiger aus, zum anderen reduziert das Geräusche und Vibrationen. Der Nachteil ist aber, dass immer irgendwo irgendetwas abgebaut werden muss, um an Schrauben dahinter zu gelangen. Bei unserem großen VW wurde diese Verpackungskultur Anfang des Jahrtausends regelrecht perfektioniert. Das rechte äußere Rücklicht ist gebrochen – also müssen wir vom Kofferraum aus da ran.

Das seitliche Gepäckfach mit Netz lässt sich einfach mit sanfter Gewalt herausziehen. Wenn man das nicht weiß, kann man schon hier ein bisschen verzweifeln 😊 Für alle Arbeiten an Zierleisten und Kunststoffteilen ist ein Clip-Heber aus Kunststoff (oder auch „Dashboard Removal Tool“) zu empfehlen, damit beschädigt man die empfindlichen Oberflächen nicht. Generell ist Kunststoff mit Vorsicht und Liebe zu genießen, je kälter es in der Umgebung ist, desto schneller neugt er zum Brechen oder Reißen.

Schrauben ohne Kurzschluss

In unserem Fall steckt im rechten hinteren Kotflügel auch die Starterbatterie mit allerhand elektrischem Gekröse, das sich aber beiseiteschieben lässt. Bei allen elektrischen Verbindungen müsst ihr immer beachten, dass die gesamte Fahrzeugkarosserie elektrisch ein Minuspol ist. Jede Berührung einer Leitung unter Spannung mit der Karosserie verursacht einen Kurzschluss oder Schäden in Steuergeräten.

Rücklicht
Jetzt können wir das Rücklicht rausnehmen

Lässt sich der Leuchtmittelträger abnehmen, hat man anschließend noch mehr Platz zum Schrauben. Kommt man so freigelegt an alle Schrauben heran, muss man sie nun rausdrehen und dabei aufpassen, dass keine von der Schraubendreherspitze abfällt und in den unergründlichen Tiefen der Karosserie verschwindet. Da empfehlen sich magnetische Spitzen. Sind alle (wirklich alle?) Schrauben gelöst, lässt sich das Rücklicht mit sanfter Kraft nach außen herausdrücken. Über die Jahre verkleben hier Schmutz und Regenwasser ein wenig die Dichtung mit der Karosserie, also seid vorsichtig dabei.

Leuchtmittelträger
Kein Leuchtmittelträger – sondern LEDs

Ersetzen und reinigen

In unserem Fall steckt das gesamte Rücklicht als Einheit am Kabelbaum, da es wegen der werksseitigen Verwendung von LEDs keinen Leuchtmittelträger mehr gibt. Nach Abziehen des Kabels überprüfen wir das Bauteil aus Vollständigkeit und weitere Beschädigungen. Wird es komplett ausgetauscht, vergleichen wir das Neuteil aus dem Zubehör in seiner Bauform und den Anschlüssen mit dem gerade ausgebauten Teil. Wenn alles zu passen scheint reinigen wir die Dichtungen.

Schraubendreher
Alles, was sich säubern lässt, wird gesäubert

Rückleuchten sind mit Dichtungen aus verschiedenen Materialien gegen die Karosserie abgedichtet. Damit hier auch im Alter kein Wasser eindringen kann, müssen diese weich und sauber sein. Bei einigen Schaumstoffdichtungen macht sich nach wenigen Jahren der Brösel breit, diese sollte man dann ersetzen. Wenn erstmal Wasser ins Rücklicht eindringt, tauchen spätestens im Herbst die Defekte auf. Entweder leuchtet gar nichts mehr, weil die Sicherung durch einen Kurzschluss ausgelöst wurde oder der Strom sucht sich seltsame Wege. Jeder hat doch schon einmal bei einem vorausfahrenden Auto das ganze Rücklicht beim Abbiegen blinken sehen, oder?

Rücklicht
Sitzt, passt und hat Luft

Und wieder rein mit dem Neuteil

Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, hierbei müsst ihr darauf achten dass ihr trotz allem Eifer die Schrauben im Kunststoff nicht zu fest anzieht. Sonst reißt das neue Teil gleich wieder. Sitzt das Bauteil sauber und bündig in allen Ecken? Liegen alle frischen Dichtungen satt an der Karosserie an? Nun wird der Lampenträger noch verkabelt, und bevor ihr alle Verkleidungsteile wieder zurück baut überprüft lieber schon jetzt einmal, ob alle Lampen des neuen Rücklichts so funktionieren, wie das geplant war.

Batterie
Vorsicht mit den Kabeln

Nachsorge

Die Überprüfung des neuen Rücklichts erfolgt am besten mit einer Hilfe vorn im Auto. Funktionieren Standlicht, Bremslicht, Blinker und Rückfahrscheinwerfer? Großartig. Erst jetzt sollte man die restlichen Teile der Verkleidung wieder einschrauben oder einclippsen. Wenn beide Leuchten getauscht werden, weil’s cooler oder homogener aussieht, dann kommt jetzt die andere Seite dran und überrascht vielleicht mit ganz anderen Schwierigkeiten. In meinem Fall ist das rechte Rücklicht wieder taufrisch und funktioniert tadellos. Bei euch dann im Ernstfall hoffentlich auch.
Allzeit gute Fahrt!

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