Chiptuning für mehr Leistung: Varianten, Kosten & Rechtliches im Überblick

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Chip Tuning am Auto mit Laptop
© GettyImages / AndreyPopov
Motointegrator

Mehr Leistung – das wünschen sich viele Autobesitzer. Deswegen gleich viele Tausend Euro in einen höherwertigen Motor zu investieren, ist das Ganze dann aber oft nicht wert. Dennoch ist mehr Fahrspaß möglich. Mit einem Chiptuning können Sie die Leistung Ihres Autos legal erhöhen. Wir zeigen Ihnen, was dahintersteckt, welche Varianten des Chiptunings es gibt und welche Kosten anfallen.

Was versteht man unter einem Chiptuning?

Automobilhersteller reizen die mögliche Leistung ihrer Motoren im Regelfall nicht vollständig aus. Denn je näher ein Motor an seine Leistungsgrenze geht, desto stärker steigt der Verschleiß an. Stattdessen arbeiten die Hersteller darauf hin, einen sinnvollen Kompromiss zwischen einer guten Leistung und der Langlebigkeit des Motors zu finden.

Als Chiptuning bezeichnet man eine Methode, bei der Sie in die Motorsteuerung eingreifen, um die zumeist vorhandenen Kraftreserven auszunutzen. Diese können sowohl thermischer als auch mechanischer Natur sein. Die Besonderheit: Sie müssen keine Bauteile austauschen, um die Leistungssteigerung zu erreichen. Stattdessen wird entweder bestehende Software aufgespielt oder es werden zusätzliche Komponenten eingesetzt.

Die Motorsteuerung überprüft ständig die Werte zahlreicher Sensoren und passt die Motorleistung auf dieser Basis fortlaufend an das Fahrverhalten an. So kann sie etwa auf die Kraftstoffeinspritzung oder den Zündwinkel Einfluss nehmen. Eine Rolle spielt dabei auch die Einhaltung der geltenden Abgasnormen, die stets gewährleistet bleiben muss. Das Chiptuning verändert die Regeln der Motorsteuerung, die ihr das erwünschte Verhalten in bestimmten Situationen vorgeben. So können Sie mehr Leistung aus Ihrem Motor herausholen.

Chiptuning-Methoden: So funktioniert’s

Je nach Fahrzeug kann ein Chiptuning entweder durch das Aufspielen einer neuen Software oder über den Einbau von Bauteilen erfolgen. Diese Optionen sind möglich:

  • OBD2-Schnittstelle: Die OBD2-Schnittstelle dient eigentlich zum Auslesen des Fehlerspeichers eines Autos. Bei in den vergangenen 20 Jahren erstzugelassenen Fahrzeugen können Profis diese Schnittstelle nutzen, um die Software der Motorsteuerung auszulesen, zu ändern und wieder einzuspielen.
  • BDM-Schnittstelle: Bei älteren Fahrzeugen ist noch keine OBD2-Schnittstelle vorhanden. In diesem Fall ist es möglich, das Motorsteuergerät auszubauen und die veränderte Software direkt über die BDM-Schnittstelle einzuspielen.
  • Chiptuning durch Löten: Bei älteren Fahrzeugen demontiert der Profi die vorhandenen Chips, die für das Motorsteuergerät verantwortlich sind. Anschließend kann er diese mit speziellen Hilfsmitteln verändern und wieder montieren. Alternativ ist es auch möglich, direkt einen neuen Chip einzusetzen.
  • Tuning-Box: Bei der Tuning-Box handelt es sich um ein kleines Gerät, das zwischen das Motorsteuergerät und die zugehörigen Sensoren geklemmt wird. Es gibt an das Steuergerät veränderte Sensorenwerte weiter. Dadurch reagiert das Steuergerät auf den tatsächlichen Zustand sozusagen mit einem falschen Szenario und ruft mehr Leistung ab, als es normalerweise anfordern würde.

Ist Chiptuning legal?

Damit das Chiptuning legal ist, benötigen Sie die Abnahme einer Prüforganisation, ansonsten verlieren Sie die Betriebserlaubnis und den Versicherungsschutz. Im Idealfall entscheiden Sie sich deshalb direkt für einen Anbieter für Chiptuning mit TÜV, der bereits ein TÜV-Teilgutachten zu den geplanten Modifikationen besitzt.

Warum ein Chiptuning mit TÜV erforderlich ist, hängt mit der Veränderung der Motorleistung zusammen. Dies könnte nämlich beispielsweise die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs beeinträchtigen. Auch die Abgaswerte können sich verändern. Werden dadurch die Emissionsgrenzwerte nicht mehr eingehalten, fällt das Fahrzeug durch die Abgasmessung.

Kosten und Aufwand im Überblick

Im Handel können Sie Tuning-Boxen schon zu relativ geringen Preisen zwischen 20 und 300 Euro bestellen. Sie unterscheiden sich im Grad ihrer Abstimmung auf den jeweiligen Motor. Im Zweifelsfall sparen Sie aber mit einem zu billigen System am falschen Ende. Ein nicht optimal abgestimmtes Chiptuning erhöht zwar die Leistung, kann jedoch den Spritverbrauch erhöhen, den Verschleiß verstärken und die Lebensdauer verringern.

Langfristig lohnt es sich, das Chiptuning eines Profis in Anspruch zu nehmen. Dieses wird individuell auf das Fahrzeug und den Motor abgestimmt, kostet aber rund 400 bis 1.000 Euro.

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